Wasserstofftechnologie im Rhein-Erft-Kreis

Antrag zum Ausschuss für regionale Entwicklung

16.02.2021 Antrag FDP-Fraktion im Rhein-Erft-Kreis

Sehr geehrter Herr Landrat,

die Fraktionen von CDU, GRÜNEN und FDP beantragen zur Sitzung des Ausschusses für Regionale Entwicklung am 24. Februar 2021 o.g. Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen und reichen hierzu folgenden Beschlussvorschlag ein.

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, unter Nutzung der Expertise der für den Rhein-Erft-Kreis bereits auf diesem Gebiet aktiven Wirtschaftsförderung Rhein-Erft GmbH (WfG),  eine strategische Positionierung zum Thema Wasserstofftechnologie auszuarbeiten und Projekte unter Nutzung möglicher Fördermittel zu identifizieren. Dabei soll auch geprüft werden inwieweit eine Zusammenarbeit mit der Initiative „H2R – Wasserstoff Rheinland“ möglich bzw. sinnvoll ist und die Mitgliedschaft der WfG in HyCologne ergänzen kann. Letztlich sollen in Abstimmung mit der WfG regionale Partner beim Thema ‚grüner Wasserstoff‘ ermittelt werden.

Die Verwaltung soll dem Ausschuss anschließend einen entsprechenden Sachstandsbericht unterbreiten.

Begründung:

Die Region Rheinland will die Energie- und Verkehrswende durch die Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff aktiv voranbringen. Hierzu haben sich die Städte Köln, Hürth, Brühl und Wesseling sowie der Rheinisch-Bergische-Kreis und der Rhein-Sieg-Kreis zusammengeschlossen und die Initiative „H2R – Wasserstoff Rheinland“ gegründet.

Ziel ist die Identifizierung von potenziellen Standorten für den Aufbau eines Technologie- und Innovationszentrums Wasserstofftechnologie, das sich auf die Wertschöpfungskette der Wasserstoff– und Brennstoffzellentechnologie von der Herstellung aus regenerativ produziertem Strom bis zu den vielfältigen Mobilitätsanwendungen konzentriert. Eine anstehende Verkehrswende zwingt das Thema Wasserstoff nahezu auf.

Die innovative Region umfasst das mittlere Rheinland und zeichnet sich durch Kontraste aus: Der stark besiedelte Ballungsraum mit den Städten Köln, Brühl, Hürth und Wesseling beherbergt neben mittelständischen Unternehmen viele „Global Player“, insbesondere der chemischen Industrie. Hinzu kommen im Rahmen der Projekte im SofortprogrammPlus die Stadt Kerpen mit dem geplanten Ausbau des „Kerpener Kreuzes“ und dem Projekt SpeicherStadt Kerpen, welches auch das Thema Wasserstoff beinhaltet und die Stadt Bedburg mit dem Projekt „grüner Wasserstoff“ aus dem bereits bestehenden Windpark.

Wasserstoff verbindet diese Kontraste: Schon seit fast 10 Jahren wird in der chemischen Industrie als Nebenprodukt anfallender Wasserstoff für den emissionsfreien Betrieb von Brennstoffzellenbussen im Regionalverkehr genutzt. Das umfangreiche Wissen und die langjährige Erfahrung vieler Akteure im Umgang mit Wasserstoff bieten ideale Voraussetzungen für die Entwicklung einer Wasserstoff-Modellregion.

In diesem Zusammenhang sollte das in der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft GmbH (WfG) vorgehaltene Fachwissen genutzt werden. Die WfG gehört zu den Gründungsmitgliedern von HyCologne – Wasserstoffregion Rheinland e.V. und begleitet den Verein seit vielen Jahren auf Messen und Kongressen im In- und Ausland. Gemeinsam mit dem Verein und Partnern aus der regionalen Wirtschaft hat die WfG bereits im Jahr 2015 erste Schritte zur Realisierung eines Projektes „Power to Gas im Rhein-Erft-Kreis“ unternommen, um damit grünen Wasserstoff zu produzieren und zu vermarkten. Darüber hinaus hat die WfG gemeinsam mit weiteren Partnern an dem Projektaufruf des Bundesverkehrsministeriums zur Errichtung eines Technologie- und Innovationszentrums für die Anwendung von Wasserstofftechnologien im Mobilitätssektor mitgearbeitet.

Dr. Christian Pohlmann

Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, Mitglied des Kreisvorstandes kraft Amtes mit Stimme

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