Energiewirtschaft im Zuge des Strukturwandels weiter konsequent nutzen

18. Februar 2020, Fraktionsanträge

Sehr geehrter Herr Könen,

zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Kreisentwicklung und Energie am 11. März 2020 beantragen wir o.g. Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen und bitten in Abstimmung mit dem Tagebau- Kraftwerksbetreiber RWE sowie ggf. der ZRR und WfG zu beantworten,

  • ob mögliche Strategien für die flexiblere Nutzung von Strom aus volatilen erneuerbaren Energien in Form von Power-to-X-Wegen wie beispielsweise gasförmigen Substanzen wie Wasserstoff oder Methan (Power-to-Gas) berücksichtigt bzw. weitere ökonomisch sinnvolle Einsetzbarkeit im Rahmen der erneuerbaren Energien Wind und Sonne auch in den Sektoren Mobilität und Wärme eruiert worden sind,
  • wie der aktuelle Stand der Pilotanlage ,,Wärmespeicherkraftwerk“ (Flüssigsalzspeicher) ist, wonach im rheinischen Revier in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Fachhochschule Aachen ein Kraftwerksstandort zu einem Wärmespeicherkraftwerk umgerüstet werden soll,
  • inwieweit die Aussage, dass bestehende Pumpspeicherkraftwerke (ggf. auch Kugelpumpspeicherkraftwerk o.ä.) wie auch Neubauplanungen im Zuge der Energiewende auf deutlich veränderte Marktbedingungen treffen, weshalb ein wirtschaftlicher Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken zunehmend schwieriger wird, stimmt sowie

Sofern dies möglich ist, regen wir an die Fragen in einer eigenen Sitzung bspw. in Form einer Zukunftswerkstatt des Ausschusses zu beantworten und diskutieren.

Begründung:

Die Kombination von volatilen erneuerbaren Energien, Öko-Kraftwerken und kostengünstiger, leistungsfähiger und innovativer Speichermöglichkeiten, ist am Ende wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Im jetzigen Tagebau und auf den Abraumhalden besteht großes Potential für Windkrafträder und Photovoltaikanlagen. Überschüssige Energie kann bei einer intelligenten Verknüpfung der verschiedenen Energietechnologien bspw. in ein Gasnetz eingespeichert werden und anschließend auch bei Windstille oder nach Sonnenuntergang Energie erzeugt und geliefert werden.

Eine neue Variante ist auch neben Flüssigsalz-Wärmespeichern, der sogenannte dezentrale Energiespeicher, der viele Speicher in einer Energie-Cloud vereint und die Speicher leichter zugänglich macht. Dezentral verteilte Speicherkapazitäten unterschiedlichster Betreiber werden dabei zusammengefasst, zentral verwaltet und schließlich verschiedenen Akteuren der Energiewirtschaft zur Verfügung gestellt. So werden auch solche unkonventionellen Speichertechnologien effiziente Antworten bieten, die Versorgungssicherheit während des Kohlausstiegs und in Zukunft zu gewährleisten. So werden Power-to-X sowie zentrale und dezentrale Speichertechnologien in der Energiewende auch in der post-fossilen Zeit die energieintensive Industrie in der Region halten.