Heller Asphalt / Klimaschützender Asphalt

24. Oktober 2019, Fraktionsanträge

Sehr geehrter Herr Bortlisz-Dickhoff,

die FDP-Kreistagsfraktion im Rhein-Erft-Kreis stellt zur nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses am 13. November 2019 nachfolgende Anfrage zum o.g. Punkt und bittet diese die Verwaltung beantworten zu lassen:

  • Sieht die Verwaltung die Möglichkeit, bei allen zukünftigen Baumaßnahmen zur Straßenreparatur,- instandsetzung und -sanierung, soweit technisch und praktisch machbar, auch im Rhein-Erft-Kreis auf den sogenannten hellen Asphalt zur Verbesserung des Stadtklimas sowie für einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zurückzugreifen?
  • Ist ein Einsatz von hellem Asphalt zur optischen Abgrenzung auch im Rhein-Erft-Kreis möglich und wie genau wäre der Klimaeffekt bei uns im Kreis?
  • Wie sieht die Verwaltung des Weiteren den Klimaeffekt für den Rhein-Erft-Kreis, wenn bei Neuanlagen von Gehwegen, Parkplätzen, Radwegen und anderen befestigten Decken, dunkle Materialen zukünftig zugunsten hellerer Materialien nur noch in unvermeidlichen Ausnahmefällen verwendet werden?
  • Welche zusätzlichen Kosten müssten im Vergleich zum dunklem Standardasphalt berücksichtigt werden, wenn insgesamt ein klimaschonender und umweltfreundlicher Einsatz gestaltet werden soll, indem beispielsweise kein künstliches Aufhellungsmaterial auf Grund der ressourcenaufwendigen Produktion verwendet wird, sondern natürliches Aufhellungsmaterial?

Begründung:

Der Rhein-Erft-Kreis leistet mit konkreten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas, für die Umwelt und für die Verkehrssicherheit. Eine nachhaltige, einfache und erprobte Alternative für normalen Asphalt ist der Einbau heller Fahrbahnbeläge auf kommunalen Straßen, weil hellgrauer Asphalt die Sonneneinstrahlung reflektiert und den Speichereffekt abschwächt. Gerade durch die höhere Reflexion heller Asphaltflächen liegt die Asphalttemperatur von hellem Asphalt um bis zu 8°C niedriger als diejenige von dunklem Standardasphalt.

So muss in Bezug auf den Klimawandel im Rahmen des Klimaschutzes alle Möglichkeiten in Erwägung gezogen werden, auch und insbesondere bei baulichen Projekten.

Gute Erfahrungen mit hellem Asphalt haben vor diesem Hintergrund bereits mehrere Städte in Deutschland gemacht, wie beispielsweise in Hessen. So verwenden die Städte Fulda, Kassel und Frankfurt seit mehreren Jahren versuchsweise Asphalt, dem helles Gestein beigemischt wird.  In Köln werden mit dem Einsatz von hellem Asphalt beispielsweise auch Straßenübergänge und Kreuzungen optisch abgegrenzt, so dass durch die bessere Reflexion des Streulichts mehr Helligkeit in der Nacht ermöglicht wird. Damit werden weniger Leuchtmittel benötigt, um die gleiche Umgebungshelligkeit zu erzielen. Das führt letztendlich zu einer Senkung der Betriebskosten oder zur Einsparung von Beleuchtungsanlagen.