FDP: Mit Prävention gegen religiösen Extremismus

30. Oktober 2019, Kreistagsfraktion, Pressemitteilungen, Top News
Tamer Kandemir

Das Phänomen ist noch klein, aber es ist da: Der Salafismus – eine besonders konservative Ausprägung des Islam – werde immer mehr zu einem Phänomen der Jugendsubkultur. Gleichwohl zeigte die Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion, dass diese Entwicklung im Rhein-Erft-Kreis noch keinen sichtbaren Grund zur Besorgnis darstellt. Trotzdem soll sie jedoch ernst genommen werden, weil nicht die Anzahl der Radikalgesinnten besorgniserregend sei, sondern dass insbesondere Jugendliche dieses extremistische Phänomen nicht negativ bewerten oder hinterfragen. Um einen Einblick in die Präventionsarbeit mit von religiösem Extremismus gefährdeten Jugendlichen und jungen Heranwachsenden zu erhalten, beantragen nun die Koalitionsfraktionen von CDU, Grüne und FDP im nächsten Ausschuss für Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, die Präventionsstelle „Wegweiser e.V. Köln“ einzuladen.

„Der Salafismus ist auch weiterhin die am dynamischsten wachsende islamistische Bewegung in Deutschland“, meint der integrationspolitische Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion, Tamer Kandemir. „Deshalb sind hier neben umfassenden Präventionsangeboten für Schulklassen und Jugendgruppen, sicherlich auch die religiösen Vereine gefordert, sich mit einzubringen.“ So soll im Ausschuss auch die Zusammenarbeit im Rahmen eines Netzwerks mit Beteiligten zur Prävention von Salafismus/Islamismus, der Kommunen und Moscheegemeinden erläutert werden. „Denn Prävention bietet dabei wichtige Ansätze und stellt ein zentrales integrationspolitisches Anliegen für die gesellschaftliche Entwicklung auch im Rhein-Erft-Kreis dar, die gemeinsam angepackt werden muss.“ Der Verein Wegweiser sei dabei nach Meinung Kandemirs deshalb ein wichtiges Präventionsprogramm des Landes Nordrein-Westfalen, das wertvolle Arbeit in diesem Rahmen leiste.

Aktuell gehen die Behörden von 10.300 Salafisten in Deutschland aus. In Nordrhein -Westfalen wurden 2018 insgesamt 3100 Menschen zu der Salafisten-Szene gezählt. Die NRW-Landesregierung hat im letzten Jahr insgesamt 2,6 Millionen Euro in Bildungs- und Präventionsprogramme bereitgestellt, damit sich junge Muslime nicht radikalisieren. „Auf dieser Grundlage muss die Politik auch im Rhein-Erft-Kreis die Präventionsarbeit des Projektes ,,Wegweiser“ so gut wie möglich begleiten und unterstützen, mit einem langfristigen Ziel einer möglichen Beratungsstelle auch im Kreis“, so Kandemir.

FDP: Mit Prävention gegen religiösen Extremismus