Frauenhäuser im Rhein-Erft-Kreis

16. Mai 2019, Fraktionsanträge

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rolle,

die FDP-Kreistagsfraktion im Rhein-Erft-Kreis stellt zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz am 16. Mai 2019 nachfolgende Anfrage zum o.g. Punkt und bittet diese die Verwaltung beantworten zu lassen:

Die NRW-Landesregierung hat im letzten Jahr angesichts der steigenden Gewalt gegen Frauen die Zahl der Plätze in Frauenhäusern erhöht. Neue Häuser wurden im Land bereits gebaut oder befinden sich im Bau. Außerdem wurden die Personalkostenpauschalen erhöht und die Förderung der Sachausgaben gestärkt.

  1. Wie hoch war die Auslastung der Frauenschutzeinrichtung(en) im Rhein-Erft-Kreis?  Betrachtet die Verwaltung die Kapazitäten im Rhein-Erft-Kreis als ausreichend?
  2. Wie viele Plätze stehen in der/den Frauenschutzeinrichtung(en) im Rhein-Erft-Kreis insgesamt zur Verfügung?
  3. Wie viele Personen mussten aufgrund fehlender Kapazitäten in der/den Einrichtung(en) im Rhein-Erft-Kreis im Jahr 2018 abgewiesen werden?
  4. Werden den Frauen, die nicht aufgenommen werden können, anderweitige Unterstützungsangebote aufgezeigt oder in ein anderes Frauenhaus mit freien Kapazitäten vermittelt?
  5. Frauenschutzeinrichtungen sollen nach Auffassung der Länder und Kommunen vorrangig akut helfen. Gibt es eine maximale Aufenthaltsdauer, die vorgegeben ist?
  6. Wie viele Frauen wurden nach dem Frauenhaus in Wohnungen im Rhein-Erft-Kreis untergebracht?
  7. Wie entwickelt sich der Anteil an hilfesuchenden Frauen (ggf. ihren Kindern) mit Migrationshintergrund?

Begründung:

Frauenhäuser gewähren jeder von psychischer, physischer, wie auch sexueller und häuslicher Gewalt bedrohten oder betroffenen Frauen und ihren Kindern Schutz, Beratung, Begleitung und Unterstützung. Sie informieren über das Hilfeangebot und zeigen Wege zur Beendigung der Gewaltprozesse und leisten zu jeder Zeit akute Krisenintervention.

Die Förderung der Frauenhäuser wurde dabei in den letzten Jahren schon von 5,43 auf 9,47 Mio. Euro erhöht. So setzt sich die Gesamt- Finanzierung dieser Frauenhäuser aus den Fördermitteln des Landes, aus kommunalen Zuschüssen, Eigenmitteln der Träger sowie aus den Tagessatzfinanzierung im Rahmen von Sozialleistungen zusammen. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt zwar seit vielen Jahren insgesamt 62 Frauenhäuser im Rahmen der Landesförderung, so dass sichergestellt werden kann, dass es in allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten mindestens ein gefördertes Frauenhaus gibt. Trotzdem scheint es noch unzureichende Plätze für betroffene Frauen zu geben, die dementsprechend abgewiesen oder auf andere Frauenhäuser verwiesen werden müssen. Ein Grund stellt dabei wohl auch die aktuell schwierige Situation auf dem Wohnmarkt dar, so dass oft dadurch Platz für Neuaufnahmen fehlen.