FDP: Jugendliche vor religiös motiviertem Extremismus schützen

11. März 2019, Kreistagsfraktion, Pressemitteilungen, Top News

Tamer Kandemir

Die FDP-Kreistagsfraktion möchte sich mit einer Anfrage im nächsten Ausschuss für Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz über vorgenommene, laufende und geplante Präventionsmaßnahmen und Angebote im Bereich des religiös motivierten Extremismus und Deradikalisierung betroffener Personen informieren. Ferner soll die Verwaltung auch erläutern, wie die Bildungseinrichtungen mit Schülerinnen und Schülern umgehen, bei denen es Anzeichen für Indoktrination durch Fanatiker, konkret im Rahmen von möglichen Anwerbestrukturen von Salafisten an Schulen im Rhein-Erft-Kreis gibt. Ziel ist somit, die Aufklärung an Schulen als auch die Vorbeugung mit Präventions- und Aussteigerprogrammen zu intensivieren.

„Die Anziehungskraft der Salafisten gerade auf die Jugendlichen ist besonders besorgniserregend“, meint Tamer Kandemir, integrationspolitischer Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion. „Sie müssen erreicht werden, solange sie noch nicht ideologisch verloren sind.“ Der extremistische Salafismus/Islamismus stelle dabei auch Schulen und Behörden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit vor zunehmend neue und schwierige Herausforderungen. Kandemir sieht deshalb großen Handlungsbedarf, jetzt präventive Maßnahmen einzuleiten und auch die Qualifizierungen in den Bildungseinrichtungen und in der Jugendarbeit zu intensivieren. Nur so könne im Kontext des Arbeitsalltags gegen Radikalisierungstendenzen vorgegangen und entsprechende Anzeichen gedeutet werden „Es stellt sich deshalb die Frage, wie man mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, sie erreichen, aufklären und gegen diese Form der Gefährdung schützen kann.“

Laut Verfassungsbericht ist der Salafismus in Deutschland nach wie vor die am dynamischsten wachsende islamistische Bewegung. Aktuell gehen die Behörden von 10.300 Salafisten in Deutschland aus. In Nordrhein-Westfalen wurden 2018 insgesamt 3100 Menschen zu der Salafisten-Szene gezählt. Die NRW-Landesregierung hat aktuell insgesamt 2,6 Millionen Euro in Bildungs- und Präventionsprogramme bereitgestellt, damit sich junge Muslime nicht radikalisieren. „Hier sind neben umfassenden Präventionsangeboten für Schulklassen und Jugendgruppen sicherlich auch die Moscheegemeinden gefordert.“ so Kandemir.