Haushaltsantrag: Aufklärungsprogramm Gesundheit (Impfprävention)

07. November 2018, Fraktionsanträge

Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Hermes,

die Koalitionsfraktion von CDU, GRÜNEN und FDP im Rhein-Erft-Kreis beantragen zur Sitzung  des Ausschusses für Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz am 07.11.2018, o.g. Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen und stellen hierzu nachfolgenden Antrag zur Abstimmung. Der Antrag ist nach erfolgter Befassung durch den Ausschuss an den Kreisausschuss und Kreistag zur weiteren Beschlussfassung weiterzuleiten.

Beschlussentwurf:

Der Ausschuss beschließt, für Maßnahmen im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst ein Aufklärungsprogramm für Schutzimpfungen als wichtige Prävention von Infektionskrankheiten, insbesondere von Masern,  je 10.000 € für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 einzustellen, sowie in der Finanzplanung 2021/2022 die fortgeführten Mittel vorzusehen.

Ferner sollen im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit die Maßnahmen der Präventionsbotschaften im Rhein-Erft-Kreis harmonisiert und gebündelt werden, damit die Aufklärung und die Sensibilisierung der Bevölkerung verbessert werden können.

Zudem ist ein kreisweiter Konsens über Bedeutung und Notwendigkeit von Impfungen bei allen Beteiligten – auch unter Einbeziehung und Thematisierung von Impfpräventionen in den Schulen, Kitas u.a. – durch eine intensivere Informations- und Aufklärungsarbeit anzustreben. Mittel für Entwicklung und Optimierung von Informationsmaterialen für diese Multiplikatoren sind zu berücksichtigen.

Die Akquirierung von Fördermitteln ist zu prüfen und entsprechende Förderanträge sollten kurzfristig gestellt werden.

Begründung:

Schutzimpfungen zählen zu den effektivsten Präventivmaßnahmen der modernen Medizin. Die aktuellen Zahlen und die bekannten regionalen Masernausbrüche zeigen aber, dass es immer noch zu große Impflücken, die durch die steigende Anzahl der sogenannten Impfgegner weiter vergrößert wird.

Impfkampagnen, in denen über die Auswirkungen eines umfassenden und flächendeckenden Impfschutzes aufgeklärt werden, sind eines der wichtigsten Instrumente zur Erreichung einer ausreichenden Impfquote in der Bevölkerung. So hat die Stadt Köln beispielsweise nach einem starken Anstieg der Masernfälle (0 in 2016, 17 in 2017, 137 bis Juli 2018) eine Impfkampagne gestartet, in deren Zuge über 800 Menschen über die Wichtigkeit regelmäßiger Impfungen informiert und über 300 Personen gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft worden sind.

Ziel der Impfkampagnen ist es, eine Impfquote von ca. 95 %  in der Bevölkerung und damit eine sog. „Herdenimmunität“ zu erreichen, die auch diejenigen vor ansteckenden Krankheiten schützen, die aus diversen Gründen nicht geimpft werden können, wie z.B. Personen mit einer Immunsuppression, ungeborene Kinder oder Neugeborene.

Während die Impfquote von 95% bei den Schulanfängern für die Dreifachimpfung Masern/Mumps/Röteln im Jahr 2016 erstmalig erreicht wurde, gilt die nicht für die notwendige Zweitimpfung. Hier bleiben die Zahlen deutschlandweit unter 95%, während die Zahlen für NRW bei allen Impfungen unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Hier gilt es, rechtzeitig gegenzusteuern.

Vor dem Hintergrund, dass das kommunale Gesundheitsamt auf Kreisebene die Impfsituation besser überblicken kann und Zugang auch zu jenen Bevölkerungsgruppen hat, die die ambulante Versorgung nicht in Anspruch nehmen, sollte das Gesundheitsamt die Maßnahmen leiten und u.a. auch zumindest einen Teil der Zielgruppen direkt ansprechen und durch Beratung aufklären.