FDP will Erinnerungskultur stärken

11. November 2018, Kreistagsfraktion, Top News

Die FDP-Kreistagsfraktion sieht die offene Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit als Voraussetzung demokratischer Bildung. Mit einem entsprechenden Konzept sollen nun in den nächsten zwei Jahren die Maßnahmen des Rhein-Erft-Kreises im Bereich der NS-Erinnerungskultur erweitert und gestärkt werden. Dafür sollen insgesamt 75.000 € in den Haushalt eingestellt werden. Zusätzlich soll ein Budget von 5.000 € im Jahr für Fahrtkosten für Schulen vorgesehen werden, die das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln sowie die NS-Dokumentation Vogelsang besuchen möchten.  Im Rahmen der Haushaltsberatungen hat die FDP nun gemeinsam mit den Koalitionsfraktionen aus CDU und Grünen dazu einen entsprechenden Antrag im nächsten Ausschuss für Schule, Sport und Kultur gestellt.

„Im Mittelpunkt der aktuellen Initiative stehen die Fragen, nach welchen Aufgaben sich die Aufarbeitung des NS-Terrorregimes in Zeiten der Digitalisierung und des demografischen Wandels zu stellen hat, wie sich Erinnerung nach dem Ableben der meisten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen vermitteln lässt und womit die zunehmende Verharmlosung zeitgemäß erwidert werden kann“, sagt Christian Pohlmann, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion. „Denn parallel wächst eine Generation heran, die inhaltlich keinen breiten Zugang zu dieser Geschichtsepoche mehr hat.“ Auch der Zuzug von Migranten würde zudem die Zahl derjenigen Menschen steigen lassen, die weder über einen engeren Bezug noch über genauere Kenntnisse dieser Geschehnisse verfügen. „Die Erinnerung an die Zeit und die Verbrechen im Nationalsozialismus ist aber auch heute ein fester Bestandteil des öffentlichen Umgangs mit der Geschichte.“

Im Konzept zur Profilierung und Verstärkung der Erinnerungskultur im Rhein-Erft-Kreis sollen die Inhalte auch über die Möglichkeit verschiedener digitale Medien vermittelt werden, die so vielfältige Zugänge zur NS-Geschichte ermöglichen. „Mit Medieneinsatz aus historischen Quellen können nicht nur Jugendliche für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erreicht werden, sondern auch Erwachsene mit medialen Inhalten, die historische Geschehnisse zeigen und visuell Bildungs- und Gedächtnisarbeit näherbringen.“ Die Liberalen streben zwar langfristig ein NS-Dokumentationszentrum im Rhein-Erft-Kreis an, im Bereich der Erinnerungskultur hat derzeit die Gedenkstätte Abtei Brauweiler aber eine besondere Stellung. „Es bietet sich daher an, zu prüfen, ob auf diesem Feld eine Zusammenarbeit mit dem Rhein-Erft-Kreis gewünscht ist“, so Pohlmann.