Mikroplastik im Abwasser

18. April 2018, Allgemein, Fraktionsanträge, Kreistagsfraktion

Sehr geehrter Herr Könen,

zur Sitzung des Ausschuss für Umwelt, Kreisentwicklung und Energie am 16. Mai 2018 beantragen wir  o.g. Punkt auf d Tagesordnung zu nehmen und bitten die Verwaltung folgende Fragen zu beantworten:

  1. Sind die Kläranlagen im Rhein-Erft-Kreis mit Membran- oder Sandfiltern ausgestattet, so dass die überdurchschnittliche Abreinigung von ungebundenen Mikroplastikpartikeln gewährleistet ist?
  2. Sind der Verwaltung Probleme bei Klärwerken im Rhein-Erft-Kreis bekannt, dass kleine Kunststoffpartikel, die beim Duschen oder Abwaschen ins Abwasser gelangen, von den Kläranlagen nicht abgebaut oder herausgefiltert werden können?
  3. Ist in den Klärwerken mittel- bis langfristig eine weitergehende Reinigungsstufe zur Elimination der Mikroverunreinigungen geplant, wodurch auch ein weiterer Anteil der Kunststoffteilchen herausgefiltert werden kann, beispielsweise durch eine Schlussfiltration per Luftfilter?
  4. In Schleswig ist aktuell bekannt geworden, dass aus einer Kläranlage in den vergangenen Monaten große Mengen an Kunststoffteilchen in die Schlei gelangt sind. Die Plastikteile stammen vermutlich aus geschredderten Speiseresten, die dem Faulschlamm zugemischt wurden, um Energie zu gewinnen. Kann ein solcher Fall für den Rhein-Erft-Kreis ausgeschlossen werden?
  5. In NRW wurde vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik eine Initiative Mikroplastik für Verbände, Firmen, Kommunen und Forschungsstätten gegründet. Ist der Rhein-Erft-Kreis an dieser Initiative beteiligt? (https://www.initiative-mikroplastik.de/)

Begründung:

Die stetig steigende Produktvielfalt im Kunststoffbereich hat zur Folge, dass entsprechende Abfallkonzepte erforderlich werden. Unachtsame Handhabung kann dazu führen, dass viele Kunststoffgegenstände nicht regelkonform entsorgt werden und unter Umständen anschließend in die Kläranlage gelangen, die ein

Zurückhalten der Partikel nicht garantieren kann. Den Fall der Kläranlage  in Schleswig nehmen wir zum Anlass für unsere Anfrage, um derartigen Fällen im Rhein-Erft-Kreis vorzubeugen.