Stromausfälle im Rhein-Erft-Kreis

05. September 2017, Fraktionsanträge

Sehr geehrter Herr Zylajew,

zur Sitzung des Ausschuss für Umwelt, Kreisentwicklung und Energie am 20. September 2017 beantragen wir  o.g. Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen und bitten die Verwaltung folgende Fragen zu beantworten:

  1. Wie viele Stromausfälle gab es in den letzten zwölf Monaten im Rhein-Erft-Kreis und wie viele Stromausfälle gab es im Vergleich dazu in anderen vergleichbaren Städten in NRW?

  2. Worin liegen die Ursachen für die Stromausfälle im Einzelnen und gibt es Hinweise auf strukturelle Defizite bei der Sicherheit der Energieversorgung?

  3. Welche Sicherheitskonzepte gibt es bei der Verwaltung und bei der Westnetz AG bei Großschadensereignissen und bei Blackouts?

  4. Für welchen Zeitraum ist eine Notversorgung im Falle eines längeren Stromausfalls gewährleistet?

  5. Wenn die Ursache eines Stromausfalls behoben ist, ist es nicht ganz einfach, den geordneten Netzbetrieb wieder aufzunehmen. Ist ein sogenannter verunglückter Schwarzstart bekannt, durch den zusätzliche Schäden entstanden sind?

Des Weiteren wird die Verwaltung gebeten, möglichst einen Referenten der Westnetz AG einzuladen, um über die derzeitige Situation bei den temporären Stromausfällen auf einem aktuellen Stand zu berichten.

Begründung:

Ein Stromausfall stellt unsere moderne Gesellschaft vor riesige Herausforderungen. Besonders betroffen sind alle Bereiche, die zwingend auf die Verfügbarkeit von Strom angewiesen sind: hierzu zählen unsere Verkehrssysteme, das Notfall- und Rettungswesen aber auch Behörden und Verwaltungen genauso wie die Versorgung mit Bargeld, Wärme, Licht, Wasser, Abwasser und Telekommunikation.

Laut Statistik kommt es zwar in den seltensten Fällen in Deutschland zum Stromausfall. Im Durchschnitt muss nur für 15 Minuten pro Jahr auf Strom verzichtet werden. Es ist jedoch auffällig, dass insbesondere im Rhein-Erft-Kreis die Stromausfälle kontinuierlich zunehmen. Kerpen-Sindorf und Elsdorf sind aktuelle Beispiele. Schon sehr kurze Ausfälle können heftige Auswirkungen auf andere Infrastrukturen, wie beispielsweise die IT- und Telekommunikation oder andere sensible elektronische Systeme haben. Richtig problematisch wird es, wenn der Strom für viele Stunden oder gar Tage ausfällt. Das trifft die Bevölkerung und die Wirtschaft.

Auch in Zeiten der Energiewende müssen sich Unternehmen auf stabile Stromnetze verlassen können, um keinen Wettbewerbsnachteil mit umliegenden Ländern und Bundesländern befürchten zu müssen. Denn vermehrte Stromausfälle sind sicherlich auch ein Hindernis für mögliche Investitionen im Rhein-Erft-Kreis.