FDP kritisiert Umgang mit Vergewaltigungsopfern in katholischen Kliniken

17. Januar 2013, Kreisverband

Bombis: Umgang mit Opfern ist ein Skandal

Wie der “Kölner Stadt-Anzeiger” nach eigenen Recherchen berichtete, werden Opfer einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern des Erzbistums Köln nicht behandelt. So wurde im Dezember des vergangenen Jahres eine junge Frau, die offenbar bei einer Party mit K.-o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt wurde, trotz Einweisung einer Notärztin bei zwei Kölner Kliniken, die sich in katholischer Trägerschaft befinden, abgewiesen und die Behandlung und die wichtige Spurensicherung verweigert. Die Kliniken der Stiftung der Hl. Cellitinnen zur hl. Maria begründeten die Verweigerung der Hilfeleistung mit dem erzbischöflichen Verbot, wonach eine derartige gynäkologische Untersuchung mit einem Beratungsgespräch über einen möglichen Schwangerschaftsabbruch sowie das Verschreiben der “Pille danach” verbunden sei.

Hierzu erklärt Ralph Bombis, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der FDP im Rhein-Erft-Kreis:

“Es ist skandalös, in welcher Weise hier Opfer von Vergewaltigungen im Regen stehen gelassen werden. Besonders auch als gläubiger Katholik ist für mich völlig unverständlich, wie hier mit Frauen umgegangen wird, deren Würde und Gesundheit durch eine Vergewaltigung und zusätzlich durch die anschließende Verweigerung der ärztlichen Hilfeleistung mit mittelalterlich anmutender Begründung mit Füßen getreten wird. Wer Opfern von Straftaten, wie hier geschehen, aus vorgeblich ethischen und moraltheologischen Grundsätzen die Hilfe verweigert und den angestellten Ärzten bei Zuwiderhandlung mit Kündigung droht, der verletzt nicht nur das christliche Gebot der Nächstenliebe, sondern verlangt auch den Bruch des hippokratischen Eides, an den Ärzte gebunden sind.”

Derzeit bereitet die FDP-Kreistagsfraktion eine Anfrage vor, mit der geklärt werden soll, in welcher Weise die katholischen Krankenhäuser im Rhein-Erft-Kreis mit Vergewaltigungsopfern umgehen.