Engel: Gemeinschaftsschule ist keine qualitative Alternative

09. März 2011, Kreisverband

Zur Diskussion um die Einführung einer sogenannten Gemeinschaftsschule in Pulheim erklärt der Landtagsabgeordnete Horst Engel:

“Gemeinschaftsschulen sind keine Alternative zu einem vielfältigen und qualitativen Schulangebot. Wir müssen auf die rückläufigen Schülerzahlen besonders an Hauptschulen reagieren. Aber um die Kinder individuell zu fördern, muss trotz rückläufiger Schülerzahlen auch zukünftig ein differenziertes und vielfältiges Schulangebot für die Schüler vor Ort sichergestellt werden”, betont Engel.

Gegenwärtig werden die sogenannten Gemeinschaftsschulen, die als Schulform nicht im Schulgesetz verankert sind, mithilfe eines Versuchsparagraphen als Modellversuch genehmigt. Zum Schuljahr 2011/12 hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung insgesamt 17 Gemeinschaftsschulen in NRW eine Genehmigung erteilt. Eine dieser Schulen ist bereits an den benötigten Anmeldezahlen gescheitert. Die Ministerin für Schule und Weiterbildung hat erklärt, bei zukünftigen Genehmigungen die Obergrenze eines Schulversuchs auszuschöpfen, wenn es nicht zu einer schulgesetzlichen Regelung kommt. Eine sogenannte Obergrenze ist rechtlich umstritten. “Zum kommenden Schuljahr im Sommer 2011 könnte eine solche Gemeinschaftsschule in Pulheim damit gar nicht gegründet werden”, erläutert Horst Engel.

In den Gemeinschaftsschulen sollen alle Kinder in den 5. und 6. Klassen verbindlich integriert unterrichtet werden, gewünscht sogar bis zur 10. Klasse. Mit den sogenannten “gymnasialen Standards” sollen diese Schulen auch eine vermeintliche gymnasiale Bildung vorhalten. Aber: “In einem solchen Unterricht mit so vielfältigen Begabungen werden die schwächeren Schüler überfordert, die stärkeren Schüler unterfordert. Wir brauchen eine Regelung auf der Basis des Schulgesetzes, die eine Vielfalt der Schulangebote erhält und die Kinder nach entsprechenden Neigungen fördert.”

Daher spricht sich Engel für die Nutzung organisatorischer Verbundmöglichkeiten zwischen Hauptschulen und Realschulen aus, die bereits heute im Schulgesetz verankert sind. “In diesen Verbundschulen überwiegt im Vergleich zu den Gemeinschaftsschulen der differenzierte Unterricht. So können die Kinder und Jugendlichen auch zukünftig nach individuellen Bedürfnissen wirklich gefördert werden”, erklärt Horst Engel.