Pulheim/Hövelhof/Emden:
Engel: Der Weg ist das Ziel – von der Emsquelle bis zur Emsmündung geradelt

02. August 2009, Kreisverband

Sommerurlaub ganz anders, das war die Idee von Horst Engel, Vorsitzender der FDP im Rhein-Erft-Kreis und Landtagsabgeordneter. Nach vielen Radkilometern, die Engel seit Jahren in seinem Wahlkreis zurücklegt, fiel die Wahl auf die “Emsauen-Tour” – 371 km. Die Anreise zur Emsquelle bei Hövelhof in Ostwestfalen (zwischen Paderborn und Bielefeld) erfolgte mit der Bahn. Geplant waren neun Tagesetappen zwischen 30 und 60 km. Engel: “Schließlich wollten meine Frau und ich etwas sehen und nicht nur strampeln.” Von Hövelhof ging es dann den Emsoberlauf entlang nach Rietberg, einer Kleinstadt, die heute noch im Glanz einer Landesgartenschau erstrahlt. “Das sollten wir uns in Pulheim für 2017 auch ernsthaft überlegen”, so Engel. Über Rheda-Wiedenbrück, Marienfeld, Warendorf, Telgte und Greven gings immer der Ems entlang durchs schöne Münsterland. Es zeigte sich, dass die Quartiersuche keine war. Ausgerüstet mit einem guten Radtourenbuch und Karte war nach meist nur einem Anruf die nächste übernachtung in Gasthof oder Hotel gefunden. Vor allem, wenn es sich um Häuser mit dem “Bett & Bike” Logo handelte. “Hier haben wir uns besonders wohl gefühlt.” Diese fahrradfreundlichen Gastbetriebe sind speziell auf Radler eingestellt: übernachtungen jeweils für nur eine Nacht sind kein Problem. Räder werden diebstahlsicher verwahrt. “Manchmal gibt es zur Abreise sogar Kettenöl.” Das muss man natürlich nicht wörtlich nehmen, denn Ketten-l ist stets ein eiskalter klarer Schnaps. Nach Emsdetten und Rheine kam so langsam die Landesgrenze nach Niedersachsen in Sicht. Vor Lingen im südlichen Emsland radelt man am Dortmund-Ems-Kanal entlang. Die Schiffe werden größer und die vielen Schleusenmanöver interessanter. über Meppen, Haren, Lathen wird Papenburg erreicht. Klar, dass die Meyer-Werft zum Besichtigungsprogramm zählt. “Gigantisch die Ausmaße der “AIDAblu”, ein neuer Luxusliner dessen Neubau im größten Trockendock der Welt zu besichtigen war.” über Weener gehts nach Leer. Hier wird die Emsseite gewechselt. Man riecht bereits die Nordseeluft. Die Ems hat inzwischen eine graue Farbe angenommen. Ursache ist der viele Schlick, den der Fluss bei Ebbe und Flut transportieren muss. Links der Ems gehts am Emssperrwerk vorbei nach Ditzum und dann mit der Fähre nach Petkum, einem Vorort von Emden. “Überraschend für uns war, dass wir bereits nach sieben Tagen Emden erreicht hatten, so dass wir noch ein paar Tage auf Borkum dranhängen konnten – natürlich mit dem Fahrrad. Die Tour kann ich empfehlen. Am Ende hatten wir rund 450 km auf dem Tacho und den Kopf frei für neue Ideen”, so Engel.