Technische Fachhochschule im Rhein-Erft-Kreis kommt

25. Juni 2009, Kreisverband

Der Kreistag hat in seiner öffentlichen Sitzung am 25. Juni 2009 mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen mehrheitlich beschlossen, den Aufbau einer privaten Technischen Fachhochschule – „FHM-TEC Rheinland“ – im Rhein-Erft-Kreis zu unterstützen.

Einzig die Liberalen zogen zunächst aus der demografischen Entwicklung im Rhein-Erft-Kreis, die vor allem im Nordkreis eine Bildungswanderung von minus 3 Prozent je 1.000 Einwohner nach Köln ausweist, Konsequenzen: Dazu Horst Engel, MdL: „Wir müssen in die Bildungskette in unseren Kreis investieren. Es fehlt eine Technische Fachhochschule.“ Der Kreisvorsitzende konnte die Rhein-Erft-FDP vom Projekt überzeugen; eine über zwei Jahre dauernde Vorarbeit mündete nun erfolgreich in den heutigen Beschluss des Kreistags.

In der ersten Phase des Projektes wird ein „Institut für Technologie und Management“ gegründet und vom Kreis finanziell unterstützt. Seine Aufgaben sind der Aufbau der dezentralen Hochschulstandorte in den Kommunen des Kreises, die wissenschaftliche Entwicklung der Studieninhalte, die Koordination zwischen Wissenschaft, Industrie und mittelständischen Unternehmen sowie der Ausbau des Bildungsstandortes Rhein-Erft-Kreis.

Das bundesweit einzigartige dezentrale Projekt nimmt damit Fahrt auf. Durch Kooperation mit Industrie und ortsnahen mittelständischen Unternehmen sollen die Standortvorteile, durch die sich der Rhein-Erft-Kreis auszeichnet, genutzt werden. Technischer Standort ist die Rhein-Erft Akademie in Hürth mit ihren herausragenden und wertvollen Laboreinrichtungen. Im Pulheimer „Walzwerk“ soll ein Studienstandort mit dem Arbeitstitel „Metallbearbeitung“ entstehen. Für die Hochschulverwaltung ist die ehemalige Direktorenvilla der Abtei Brauweiler vorgesehen. Synergieeffekte sollen dort für einen Studiengang „Wissenschafts- und Technikjournalismus“ genutzt werden. Erftstadt soll Studienstandort für „Umweltmanagement und Umwelttechnik“ werden. Weitere Studienstandorte in anderen Städten des Kreises sollen nach und nach folgen. Hier wird auch auf die pro-aktive Mitarbeit aus den Kommunen gesetzt.

Der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Ralph Bombis, erklärt: „Gerade aus wirtschaftlicher Sicht ist es wichtig, dass in die so genannten „MINT-Fächer“ (Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften und Technik) investiert wird. Deshalb hat die FDP ihre intensive Vorarbeit auf eine technische Fachhochschule konzentriert und jetzt mit einem konkreten Projekt erfolgreich abgeschlossen. Das wird ein echter Standortvorteil für unseren Kreis und bundesweit eine einzigartige Einrichtung“, ist sich Bombis sicher.