Einstimmig auf dem FDP-Kreisparteitag, 29.11.08, Frechen beschlossen:
Rhein-Erft-Kreis: FDP will Rhein-Erft-Institut Technik (REIT)

29. November 2008, Kreisverband

Die FDP im Rhein-Erft-Kreis macht sich für ein Rhein-Erft-Institut Technik (REIT) stark, eine Technische Fachhochschule, deren Institute in den 10 Kommunen des Kreises ihren jeweiligen Standort finden. Horst Engel MdL und Vorsitzender der Rhein-Erft-FDP: „Wir machen den wirtschaftlich starken Rhein-Erft-Kreis mit seinen 10 Kommunen und zusammen über 460.000 Einwohnern zum Bildungskreis. Es gilt auch hier: Stärken stärken“.

Der FDP-Kreisvorstand hat hierzu dem Kreisparteitag am 29. November 2008 in Frechen einen Drei-Punkte-Antrag vorgelegt:
Mit dem Koalitionspartner CDU konnte grundsätzliches Einvernehmen über das Projekt erzielt werden.

Horst Engel: „Rund um die Institutsstandorte werden sich Cluster aus Hochtechnologie-Kleinfirmen entwickeln. Die Banken werden mit Risikokapital unterstützen. Wir gewinnen den Wettbewerb um Menschen, sichern Standorte, Arbeitsplätze, Wohlstand und stoppen die Bildungswanderung“.

Der Drei-Punkte-Antrag:

  1. Der Rhein-Erft-Kreis übernimmt in Kooperation mit den Kommunen, Wirtschaftsunternehmen, Banken, Sparkassen und Medien in der nächsten kommunalen Legislaturperiode, auf der Basis eines Hochschulkonzeptes und eines Business Plans, die Initiative zur Gründung einer Technischen Hochschule.
  2. Hinsichtlich der Standortfragen für Hochschulinstitute und Hochschulverwaltung soll geprüft werden, ob vorhandene und geeignete Liegenschaften, soweit sie darüber hinaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut angebunden sind, z.B. auch Schulen, Schl“sser, Burgen und Klöster genutzt werden können, um zunächst auf Neubauten verzichten zu können.
  3. In die Standortentscheidungen haben die demographische Entwicklung und die prognostizierte Bildungswanderung vor allem im Nordkreis einzufließen, um wirksam gegenzusteuern.

Aus der Begründung:

Die Unternehmen im Rhein-Erft-Kreis und in der Region sind von zunehmendem Fachkräftemangel besonders in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Berufen betroffen. Insgesamt hat das Institut für Wirtschaft schon für 2006 für Deutschland einen Netto-Fachkräftemangel von ca. 50.000 Ingenieuren ermittelt. Dieser Fachkräftemangel ist inzwischen auf rd. 70.000 angewachsen.

An der Spitze des Fachkräftemangels stehen so genannte unternehmensnahe ingenieurwissenschaftliche Dienstleistungen wie Planungsleistungen und Prozessoptimierungen die aus Kostengründen durch Outsourcingprozesse der Unternehmen an Dritte ausgelagert wurden, aber heute die Industriebedarfe nicht mehr decken können. Danach sieht das Ranking wie folgt aus:

  1. Dienstleistungen wie Planungsleistungen, Prozessoptimierungen.
  2. Metallerzeugung, -bearbeitung, Elektroindustrie, Fahrzeugbau.
  3. Maschinenbau.
  4. Datenverarbeitung, Forschung und Entwicklung (F & E).
  5. Bauwirtschaft.
  6. Sonstige Industrie.
  7. Logistik
  8. Chemie-, Gummi- und Kunststoffherstellung.

Angesichts dieser Entwicklung und des immer noch eingeschränkten Interesses Jugendlicher für Ingenieur- und Naturwissenschaften wird es zunehmend wichtig, den Nachwuchs für die sogenannten „MINT-Fächer“* möglichst früh zu sensibilisieren und angesichts der demografischen Entwicklung und einer prognostizierten „Bildungswanderung“ nach Köln entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort anzubieten.

Der Rhein-Erft-Kreis verfügt über Ausbildungseinrichtungen technischer Art, wie die Rhein-Erft-Akademie, Hürth und betriebswirtschaftlicher Art wie die Europäische Fachhochschule, Brühl. Es fehlt eine Technische Hochschule.

)* MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik

Projekt:

Zur qualifizierten Ausbildung im Rahmen eines Hochschulstudiums, zur Standortsicherung und Standortaufwertung, zum Gegensteuern hinsichtlich der demographischen Entwicklung und der prognostizierten Bildungswanderung, vor allem nach Köln, soll eine private Technische Hochschule „REIT“ gegründet werden.
Sie soll in enger Zusammenarbeit mit den vorhandenen Ausbildungseinrichtungen im Rhein-Erft-Kreis und der Region Ingenieure und Wirtschaftsingenieure in den o.a. Mangelfächern ausbilden. „REIT“ soll ein modernes weltoffenes Konzept verfolgen und gezielt die MINT-Fächer in den Schulen des Rhein-Erft-Kreises fördern und so eine enge Kooperation mit den Schulen im Rhein-Erft-Kreis gewährleisten.

Mitte 2008 hatte der Rhein-Erft-Kreis bereits auf der Basis eines breiten Konsenses mit den Kommunen und der Bildungseinrichtungen einen Antrag auf Förderung eines solchen Konzeptes im Rahmen einer Ausschreibung des Wissenschafts- und Innovationsministeriums des Landes NRW gestellt. Die Erfahrungen aus diesem Wettbewerb sollen genutzt werden.

Ziel ist die Gründung einer ingenieurwissenschaftlichen Hochschule, die die wesentlichen Mangelfächer abdeckt und in der ersten Phase ca. 500 – 600 Studenten in Bachelor- und Masterstudiengängen ausbildet. Die notwendigen Hilfen zur Selbsthilfe in der Start- und Akkreditierungsphase leistet der Rhein-Erft-Kreis. Nach der erfolgreichen Gründungs- und Akkreditierungsphase finanziert sich „REIT“ aus Studienbeiträgen unter Beteiligung von Wirtschaftsunternehmen, Banken, Sparkassen und Medien.