Witzel: Beim Thema Schule über Qualität diskutieren

15. Mai 2008, Kreisverband

Der FDP-Ortsverband Erftstadt hatte im Rahmen der Veran-staltungsreihe “Politischer Salon” des FDP-Kreisverbandes Rhein-Erft zum Thema “Baustelle Schule” Ist unser Schulsystem zukunftsfähig? in die Aula des Liblarer Ville-Gymnasiums eingeladen.

Leonore B”hner, die Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Erftstadt freute sich, den parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion in NRW und Mitglied im Schulausschuss Ralf Witzel zu begrüßen.

Die Erftstädter Liberalen hätten sich schon seit längerem mit der Schulpolitik beschäftigt und einen Bauplan für das Schulsystem in NRW eingefordert, erklärte B”hner. Am dreigliedrigen Schulsystem müsse festgehalten werden, weil schwachen Schülern nicht damit geholfen sei, wenn sie in einer Einheitsschule versteckt würden. Wenig sinnvoll seien die zentralen Prüfungen in Klasse 10 des Gymnasiums. Und Sorge bereite die Tatsache, dass der Bildungserfolg von Kindern stark vom sozialen Status des Elternhauses abhänge.

Ralf Witzel führte aus, dass er in der Schulpolitik eine Qualitätsdebatte und weniger eine Strukturdebatte führen wolle. “Wir müssen dafür sorgen, dass die Gruppe der Schulabgänger, die nicht über die nötigsten Grundkompetenzen verfügt, kleiner wird.” Um seinen Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit bestreiten zu können, sei eine ordentliche Schulbildung Voraussetzung. Unter der rot-grünen Vorgängerregierung sei der Ganztagsbetrieb ein Privileg der Gesamtschulen gewesen. Durch die schrittweise Umwandlung der Hauptschulen in Ganztagsschulen habe die schwarz-gelbe Landesregierung gezeigt, dass sie hier umsteuern wolle. “Aber nicht alles darf dem Staat übertragen werden”, so Witzel, “wenn wir etwa die schwindende Erziehungsleistung der Elternhäuser beobachten.”

In einer sehr angeregten Diskussion wurde angeführt, dass in das Bildungssystem mehr investiert werden müsse. Wenn von individueller Förderung die Rede sei, müssten Klassenstärken reduziert werden und mehr Lehrer zur Verfügung stehen. Witzel erläuterte, dass sich in den letzten drei Jahren schon vieles in den Schulen verbessert habe. Demographiebedingte Rückgänge bei den Schülerzahlen würden zukünftig nicht dazu führen, Lehrpersonal abzuziehen.