Politischer Salon in Elsdorf

15. April 2008, Kreisverband

Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Stefan Romberg war zu Gast beim Politischen Salon in Elsdorf. Mit mehr als 40 interessierten Zuhöherinnen und Zuhörern diskutierte er aktuelle Themen:

Private Krankenversicherung für alle Arbeitnehmer öffnen
Romberg: Ungleichbehandlung von Patienten abbauen

Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Stefan Romberg spricht sich für eine Öffnung privater Krankenkassen für alle Arbeitneitnehmer aus. “Die Ungleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten, wie die Studie der Uni Köln jetzt bestätigte, ist nicht weiter hinnehmbar”, so Romberg. Die langen Wartezeiten zeigten die Schwächen des bürokratischen überreglementierten Gesundheitssystems auf, unter dem gerade die gesetzlich Versicherten litten. Romberg fordert deshalb einen Neuanfang im Gesundheitssystem, der einen privaten Krankenversicherungsschutz mit sozialer Absicherung für alle zum Ziel hat.

“Wer nicht genügend gut verdient, bekommt vom Staat eine Zwangsversicherung übergest-lpt und hat keine ausreichenden Wahlmöglichkeiten, aber lange Wartezeiten. Das muss sich unbedingt ändern”, erklärt der FDP-Gesundheitsexperte.

Romberg fordert NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auf, sich in Berlin für bessere Gesundheitschancen der Gering- und Mittelverdiener einzusetzen. Als erster Schritt dafür sei notwendig, die Einführung des extrem umstrittenen Gesundheitsfonds zum 1. Januar 2009 umgehend zu stoppen. Denn dieser führe zu einer weiteren Rationierung im Gesundheitswesen mit noch längeren Wartezeiten.

ärztliche Mangelversorgung auf dem Lande
Romberg: Auch NRW vom Ärztemangel bedroht

Auch die aktuellsten Daten bestätigen aus Sicht des gesundheitspolitischen Sprechers der FDP-Landtagsfraktion, Stefan Romberg, den alarmierenden Trend der letzten Jahre. 36 Prozent der hausärztlich tätigen Ärzte werden in den nächsten 10 Jahren das Alter von 65 Jahren überschreiten und somit in den Ruhestand gehen. “Vor allem die ländlichen Regionen sind davon betroffen. Viele Patienten müssen sich auf weitere Fahrtwege und längere Wartezeiten einrichten. Das wird vor allem für ältere Menschen ein Problem werden”, so der FDP-Gesundheitsexperte.

Um den Status Quo zu erhalten, müssten allein in Westfalen-Lippe in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich 150 junge Ärzte die Praxen ihrer in den Ruhestand wechselnden Kollegen übernehmen. Ab 2013 müssten sogar über 200 Praxisübernahmen pro Jahr erfolgen. “Im Jahr 2006 haben aber nur 102 Ärzte im Kammerbezirk ihren Facharzt in Allgemeinmedizin gemacht. Und die Zahl der Absolventen ist weiter rückläufig”, erklärt Romberg das Problem.

Um diesem Nachwuchsproblem wirksamer zu begegnen, seien leistungsgerechte Vergütungen für die Ausbildung der jungen Mediziner notwendig. Das gelte auch für die Finanzierung der vorgeschriebenen zweijährigen Weiterbildung zum Facharzt. Derzeit erhält eine Praxis für die Anstellung eines Weiterbildungsassistenten, so nennt die Kassenärztliche Vereinigung einen jungen Arzt, der seine Weiterbildung zum Facharzt bei einem niedergelassenen Arzt absolviert, nur 2.040 Euro aus dem Fürderprogramm Allgemeinmedizin. Weil die Leistungen, die der Assistent erbringt, nicht auf das zu erreichende Budget der Praxis angerechnet werden, muss der niedergelassene Arzt den Rest des Assistentengehaltes aus der eigenen Tasche bezahlen. “Dies dämpft naturgemäß die Bereitschaft der ohnehin durch die Gesundheitsreformen sehr schlecht gestellten HausÄrzte, einen Weiterbildungsassistenten anzunehmen. Wenn die Rahmenbedingungen also nicht endlich attraktiver werden, muss man sich über zu wenig Nachwuchs nicht wundern