Anfrage: Potentiale zur Minderung der CO2-Emissionen im Fuhrpark des Rhein-Erft-Kreises

21. Februar 2007, Fraktionsanträge

Sehr geehrter Herr Landrat Stump,

die FDP-Kreistagsfraktion bittet Sie, im kommenden Ausschuss für Umwelt und Energie, am 21. März 2007, eine Sachstandsdarstellung zum Minderungspotential der CO2-Emissionen im Fuhrpark des Rhein-Erft-Kreises vorzulegen. Wir bitten dies als eigenen Tagesordnungspunkt zu behandeln, um in der Sitzung evtl. Anträge stellen zu können.

Es ist die Auffassung unserer Fraktion, dass wir als “Energiekreis” in der aktuellen Klimaschutzdebatte nicht die Rolle eines passiven Unbeteiligten spielen dürfen, sondern uns aktiv als Vorreiter für eine verantwortungsvolle und undogmatische Klimaschutzpolitik verstehen müssen. Verständlicherweise sind die Handlungsspielräume für einen Kreis hierbei äußerst gering, umso mehr muss ein “Energiekreis” die ihm zur Verfügung stehenden Potentiale effektiv nutzen.

Auf der gemeinsamen Linie des Kreistages und des Landrates, zur Stärkung der Energiekompetenz des Kreises, müssen wir deshalb weiter fortfahren. Nachdem der Energiekreis, angefangen bei der Einrichtung eines Energiebüros (2003), fortgeführt über das Energiekonzept (2004), die Biomassepotentialstudie, das Energienetz bis hin zur Energiemesse (alle 2006), entscheidende Zeichen gesetzt hat, um den Energiesektor im Rhein-Erft-Kreis zu stärken, ist es nach Meinung der FDP-Kreistagsfraktion nun Gebot der Zeit, dass Kreistag, Landrat und Kreisverwaltung sich auch den nicht-wirtschaftsförderlichen Aspekten des Energiekreises stärker zu wenden. Darunter muss vor allem die Minderung der Emissionen, welche durch die Nutzung von Energie entstehen, verstanden werden.

Wir begrüßen dabei ausdrücklich die Initiative des Landrates zur Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs aus dem Juli des letzten Jahres. Dies kann jedoch nur als ein Anfang verstanden werden, auf dem nun weiter aufgebaut werden muss. Um die Möglichkeiten dieser neuen Säule der Dachmarke “Energiekreis” auszuloten, bitten wir die Kreisverwaltung, uns in einem ersten Schritt die Minderungspotentiale der CO2-Emissionen im Fuhrpark des Rhein-Erft-Kreises aufzuzeigen. Wir bitten unter anderem darzustellen:

” Welche Erfahrungen mit dem seit dem 26. Juli 2006 im Fuhrpark des Kreises befindlichem Erdgasfahrzeug gemacht werden konnten,
– welche Unterschiede, Probleme oder Vorteile es beim Einsatz von Flössiggas-, Erdgasfahrzeugen u. Ä. (Biodiesel, Hybrid usw.) im Vergleich zu den bisher üblichen Benzin- und Dieselfahrzeugen gibt,
– ob und welche Erfahrungen in anderen Kreisen und Städten mit Fahrzeugen mit emissionsmindernden Energieerzeugungsarten bestehen,
– welche CO2-Emissionen die einzelnen Fahrzeuge des Kreises ausstoßen (entsprechend des DAT-Leitfaden zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen: http://www.dat.de/leitfaden/LeitfadenCO2.pdf),
– inwieweit eine Umstellung des gesamten Fuhrparks des Rhein-Erft-Kreises inkl. Kreisstraßenmeisterei u. Ä. auf Erdgas-, Flössiggas- oder sonstigen emissionsmindernden Energieerzeugungsarten möglich ist, insb. welche vertraglichen, politischen oder sonstigen Hinderungsgründe (auch wenn nur zeitlich begrenzt) bestehen,
– und inwieweit die Kreisverwaltung ein entsprechendes Konzept zur oben genannten Umstellung erarbeiten kann.

Wir bitten bei der evtl. Erstellung eines Konzeptes auch “sanfte” Möglichkeit zur Minderung von CO2-Emissionen, wie etwa Ecotuning (siehe etwa: www.skn-tuning.de), mit zu berücksichtigen.

Zudem bitten wir unabhängig von vorgenannten Fragen um eine kurze Mitteilung (evtl. unter Hinzuziehung der REVG), ob sich in Bezug auf unsere Anfrage vom 13. Juli 2006 hinsichtlich des Betriebes von wasserstoffbetriebenen Bussen im Kreis neue Erkenntnisse ergeben haben.

Mit freundlichen Grüßen

Gez. Ralph Bombis
Fraktionsvorsitzender

Gez. Christian Pohlmann
Kreistagsabgeordneter

F. d. R. Marlene Ages
Fraktionssekretärin