FDP Rhein-Erft für Abkehr vom -l

08. Dezember 2005, Kreisverband

Der Kreishauptausschuss der FDP-Rhein-Erft hat auf seiner Sitzung am 7. Dezember folgenden Beschluss gefasst:

Die FDP-Landtagsfraktion möge sich dafür einsetzen, dass die derzeit noch eingeschränkte Anwendung von Erdw”rmesonden in der Trinkwasserschutzzone 3 aufgehoben wird. Die FDP-Landtagsfraktion wird gebeten, sich dafür einzusetzen, dass das Merkblatt des Landesumweltamtes nach dem Stand der Technik geändert wird. Das Merkblatt wird von allen Unteren Wasserbehörden als bindend betrachtet.

Begründung:
Deutschland hat sich auf der internationalen Klimakonferenz in Rio verpflichtet, zukünftig 25% Kohlendioxid einzusparen. Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn im W”rmebereich, insbesondere im Bereich “Wohnraumheizung, der Verbrauch an fossilen Energieträgern erheblich zurückgefahren wird. Hier gewinnt auch die Erdw”rmesonde in Verbindung mit einer W”rmepumpe – sogar neuerdings Gas betrieben – zunehmend an Bedeutung. Erdw”rme-Sonden haben den Vorteil, dass ihre W”rmequelle (umgebendes Erdreich) ganzjährig eine konstante Temperatur mit hohem Temperaturniveau darstellt. Ab etwa einer Tiefe von 15 m, unabhängig von jahreszeitlichen Schwankungen an der Erdoberfläche, liegt die Temperatur schon bei 10 Grad C – je 100 m Tiefe erhöht sie sich um ca. 3 Grad. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, größere Bohrtiefen zu ermöglichen.
In Trinkwasserschutzzonen 1 und 2 ist ihr Einsatz untersagt. In der Trinkwasserschutzzone 3 ist ihre Anwendung bis zum ersten Grundwasserstockwerk beschränkt, weil z.B. ein übertreten von Grundwasser aus einem weiteren Grundwasserstockwerk verhindert werden soll. So sind landesweit viele Bürgerinnen und Bürger, die in der Trinkwasserschutzzone 3 wohnen, gehindert, wirklich fortschrittliche Technik einsetzen zu können. Inzwischen ist es Stand der Technik, dass Erdw”rme-Sonden so gegen das sie umgebende Erdreich mit “Betonit/Zement-Suspension” verpresst werden, dass alle Ritzen und Spalten geschlossen werden. Eventuell vorhandene Wasser führende Schichten werden gegeneinander abgedichtet. Wegen der flächenmäßig geringen Ausdehnung der Trinkwasserschutzzonen 1 und 2 ergibt sich kein Handlungsbedarf.