Einsparung von Energiekosten in den Schwimmb”dern,

14. Dezember 2004, Kreisverband

so lautete der von der Wesselinger FDP-Fraktion eingebrachte Tagesordnungspunkt in der ersten Sitzung des Ausschusses für Sport und Freizeit am vergangenen Donnerstag.

Hierzu hat die FDP beantragt, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, ob und wie die Schwimmb”der durch den Einsatz innovativer Technologie nachhaltig kostengünstiger bewirtschaftet werden können.

Die Beheizung der beiden Wesselinger Schwimmb”der Gartenhallenbad und Schulschwimmbad verursacht hohe Energiekosten, für die im Hinblick auf den vorhandenen Sanierungsbedarf jedes Potential zur Kosteneinsparung genutzt werden muss.

Realistische Sparmöglichkeiten sieht die FDP in dem Einsatz innovativer Technologie, z. B. sog. Latenter W”rmespeicher. Der Ausschuss ließ sich Details dieser modernen Heiztechnik während einer Sitzungsunterbrechung von dem Wesselinger Architekten Matthias Iding, FDP, erläutern.

Die Verwaltung erhielt dem Antrag der FDP entsprechend Prüfauftrag, damit verbunden Berichtsvorlage durch die Verwaltung rechtzeitig vor der Verabschiedung des nächsten Haushalts.

Erläuterung betr. sog. latenter W”rmespeicher:

Alternative Heiztechnik sog. “Latenter W”rmespeicher”

Erkenntnisse am Beispiel Gartenhallenbad Wesseling:

– der sog. latente W”rmespeicher ersetzt die vorhandene Kesselanlage des Gartenhallenbades, vor Ort wird keine Prim”renergie mehr verbrannt

– alle mit der herkömmlichen Kesselanlage verbundenen Kosten für Wartung, Reparaturen, Kaminfeger etc. entfallen

– aus dem W”rmespeicher, einem Container 3m hoch, 3m breit und 6m lang, ca. 28 Tonnen Gewicht, wird die W”rme direkt in den Warmwasserkreislauf eingespeist

– W”rmeträger im Container ist Natrium Acetat, ein Lebensmittelkonservierungsstoff, der völlig ungefährlich ist

– ein Container kann die W”rmekapazität für einen ganzen Tag speichern und bereitstellen und liefert konstant warmes Wasser mit einer Vorlauftemperatur von 60″ C

– die W”rmeeinspeisung in den Containern kann bei der Degussa vorgenommen werden

In Gesprächen mit den Herren Prof. Klenk, Wenz und Dr. Knauf von der Degussa konnte folgendes geklärt werden:

– bei der Degussa besteht grundsätzlich Interesse an einem solchen Projekt

– die Degussa kann Prozessabw”rme in ausreichenden Mengen liefern

– eine Lieferverpflichtung mit konstanten Temperaturen ist für den latenten W”rmespeicher nicht erforderlich

– die Degussa möchte aus jeder Investition einen Gewinn erwirtschaften können, ca. 10 %

– für den kommenden Emissionshandel würde die Degussa positiveCO2-Kontingente erhalten

– die effektive Ausnutzung der Ressourcen bzw. der schonende Umgang mit fossilen Energien schafft der Degussa einen Imagevorteil

– die Umbaukosten bei der Degussa wurden von Herrn Dr. Knauf auf ca. 5.000 Euro geschützt

– ein Container kostet ca. 50.000 Euro, es werden 2-3 Container benötigt

– Umbaukosten im Gartenhallenbad müssen noch ermittelt werden. Die Container werden mit einem LKW an- und abgeliefert

– Herr Dr. Knauf schätzt die bisherigen Energiekosten des Gartenhallenbades auf ca. 100.000 Euro im Jahr. Gemeint sind hierbei reine Kosten, die an den Energieerzeuger bezahlt werden, also noch keine Berücksichtigung von Investitions- und Instandhaltungskosten

– das Konzept ist wirtschaftlich übertragbar auf jedes Gebäude mit einer Nutzfläche von mehr als 2.500 qm

– Energie bzw. Prozessabw”rme ist durch die chemische Industrie zwischen Köln und Wesseling nach Schätzung von Herrn Dr. Knauf ausreichend für die vollständige Beheizung der Städte Köln und Düsseldorf vorhanden