Engel: Unsere Sprache wird beschädigt

06. Oktober 2004, Kreisverband

Verschiedene Tageszeitungen erscheinen wieder in der alten Rechtschreibung

Engel: Unsere Sprache wird beschädigt

Nun kann jeder schreiben wie er will. Das Chaos ist perfekt. Das Volk der Dichter und Denker ist zerstritten. Was soll gelten? Die alte oder die neue Rechtschreibung?

Durch die seit 1996 auf Geheiß der Kultusministerkonferenz betriebene Rechtschreibreform sollte die deutsche Sprache vereinfacht und vereinheitlicht werden. Dies ist offensichtlich nicht gelungen. Gegenwart und Zukunft der deutschen Sprache sind ungewiss.

Für die Kultusminister war die Diskussion, der “demokratische Entscheidungsprozess”, wie es zynischerweise heißt, schon 1996 abgeschlossen. Aber damals, vor dem Erscheinen der Wörterbücher, die mit erstaunlicher Geschwindigkeit in den Buchhandlungen kamen, war es noch gar nicht möglich, sich ein Bild von dem zu machen, was diese so genannte Reform eigentlich bedeutet.

Engel: “Was in gewisser Weise abgeschlossen ist, das ist die Pro-und-Contra-Situation.

Die BAYERISCHE AKADEMIE DER SCHÖNEN KÜNSTE hatte bereits 1996 gewarnt und sich eindeutig gegen die Reform gestellt. Der Sprach-Alltag von fast hundert Millionen Menschen in fast hundert Jahren hat ein Sprachgefühl und eine Sprachintelligenz entwickelt, was zum hohen Niveau der geschriebenen Sprache und zum Allgemeingut geführt hat.

“Das soll umgekehrt werden: Vom Hochentwickelten zum Primitiven, vom Unmissverständlichen zum Missverständlichen, vom Feinen zum Grüberen.
Die Akademie lag richtig. Die Rechtschreibreform ist gescheitert. Unsere Sprache wird beschädigt”, so Horst Engel MdL, Vorsitzender der FDP im Rhein-Erft-Kreis.